H.R.Giger ist allgegenwärtig
13. Oktober 2009 von SLoganKein Künstler begegnet dem geneigten Leser so oft wie der Schöpfer des Aliens. Man achte mal drauf, die 80iger und 90iger sind einfach nicht kaputt zu kriegen.
Kein Künstler begegnet dem geneigten Leser so oft wie der Schöpfer des Aliens. Man achte mal drauf, die 80iger und 90iger sind einfach nicht kaputt zu kriegen.
Heute morgen beim Frühstück verriet mir ein Blick auf die Saftflasche, warum sich Englisch als Weltsprache durchsetzen MUSSTE und Französisch eigentlich gar keine Chance hatte.
reusable vs. réutilisable
Wer braucht tili? Doch merke, wer besonders schlau sein will und den fiesen Anglizismus “in 2009″ benutzt, schießt sich meistens selbst ins Knie. Im Deutschen ist in nicht in.
Wenn das Denkvermögen nicht für ein Wort wie ‘geschlossen’ ausreicht:
Kann geclosed werden …
Eigentlich ist dieses ‘Internationale Raumstation ISS’, was einem im Moment wieder vermehrt um die Ohren fliegt, genauso schlimm. Oder gibt es mehrere internationale Außenposten da oben? Jaja, formal zählt es nicht zu diesem Fall, aber stilistisch ist es mehr als schwach.
Blogmaa am Arsch!
Der Betrachter Deutschlands wird über kurz oder lang zwei Dinge feststellen: Deutschland ist komplett am Arsch und niemanden kümmert’s. Ach ne… Deutschland ist mindestens genauso eifrig wie Amerika auf der Suche nach Superlativen und die Logik bleibt dabei gerne außen vor. Der typische Florida-Tourist1 kennt das, stets hat er es mit ’world’s largest, biggest or highest’2 irgendwas zu tun. Hier bei uns ist das nicht viel anders, wir sind hier nicht im Wald, sondern haben die längste Theke der Welt. Und auch sonst haben Superlative ihren festen Platz in unserer Kultur.
Natürlich, die Flut der Superlative kommt aus der Werbung und dort werden sie gepflegt, weil ja jedes Produkt stets das neueste, beste oder tollste sein muss. Das olympische Motte ‚höher, schneller, weiter’3 hat schon länger (längst?) ausgedient, wir hatten schließlich den Gröfaz und hören die beste Band der Welt. Da wundert es doch kaum, dass es zahllose4 Menschen schaffen, auch Wörter zu steigern, bei denen schon der Komparativ keinen Sinn gibt. Wenn eine Sachen einmal existiert, d.h. genau ein Exemplar oder Vorfall, dann ist sie einzig. Doch scheint kein einziger – und das ist kein Komparativ – zu verstehen, dass es nicht noch einmaliger geht.
Der einzige Grund5, warum diese Zeilen entstanden sind, ist eben der, dass es nicht der einzigste Grund ist. Klingelt’s? Und der Trend setzt sich fort, warum sollte man an der Stelle auch aufhören? Findige Menschen dachten sich, dass es noch mehr geben muss und erfanden den Uberlativ. Der Linguist erkennt sofort, dass dieser natürlich auch aus dem Land der begrenzten Unmöglichkeit kommt. Doch es gibt auch schöne deutsche Umsetzungen, schließlich kann mit dem ‚Größten anzunehmenden Unfall’ nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Und da haben wir ihn, den SuperGAU Uberlativ. Ein weiteres schönes Beispiel ist die Zeugnissprache: Wo jeder Quartalssäufer genau weiß, dass, wenn er voll ist, nichts mehr geht, hat sich in Personalabteilungen ein Code entwickelt, der mehr zulässt und Menschen am Ende voller und vollst sind.
Isst jemand so ehrgeizig, dieser Anregung zu folgen?
In diesem Sommer ist es so heiß, man bekommt richtig Lust auf ein Ice. Und wo bekommt man das? Of naturellement nur beim Profi:

Galeria, Kaufhof, Karstadt, Horten, Hertie. Die Kaufhäuser wechseln so schnell ihre Namen, dass selbst den Preisauszeichnern der Kopf schwirrt. Wer soll da noch an die neuen Regeln denken?
Bestes Beispiel hier:

Alles richtig gemacht, mit der Galeria das richtige Kaufhaus ausgewählt. Doch leider den Artikel falsch geschrieben. Korrekt wäre nach der Rechtschreibreform natürlich:
Lepptopp.
Hier bei Blogmaa wird nach dem ersten Finder des Deppenapostroph’s Nikolau’s gesucht. Noch hat ihn niemand gesehen, derweil können wir uns mit anderen Varianten amüsieren.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, weniger durch reifliche Überlegung als durch spontane Eingebung, dass der Fast-Food-Slogan viel tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Andere würden nach einem solchen Erlebnis vermutlich zu einem anderen Glauben konvertieren oder gleich eine Religion begründen, aber ich bin in solchen Dingen eher sachlich und betrachte sie als das, was sie sind: Schnapsideen. Doch auch bei nüchterner Betrachtung blieb ich von dem Resultat begeistert und teile es jetzt der Welt mit.
Den Schmerz in meinem Ohr hatte eine der zahlreichen Nachtdokus auf einem der kaum weniger zahlreichen Nachrichtensendern verursacht. Dort war in der Schlussbemerkung von Offizieranwärtern die Rede, ein Indiz dafür, dass der Sprecher offensichtlich zu lange den Ausführungen der Soldaten gelauscht hatte. Aber was wäre denn der Verteidigungsminister ohne Fugen-S? Der schöne Buchstabe, den tumbe Stuffze (auch OMaate) gern mit dem Hinweis auf die Bratskartoffel aus der Welt schaffen würden. Heute würde ich sie vermutlich auch auf ihre sprachliche Inkompetenz hinweisen, aber als kleiner Matrose in der Grundausbildung traut man sich das ja nicht.
Der Verschwörungstheoretiker sieht sofort, dass hier ein Kartell am Werk ist, ein Zusammenschluss von Unteroffizieren, Anwälten und Beamten, die sich fest an Vorschriften klammern und dabei sind, das schöne S des Übergangs und der wohlklingenden Aussprache auszulöschen. Diese Vernichtunggruppe will den Deutschen mit Herzenlust eine Einheitlösung vor die Füße werfen, die für Schönheitaspekte ein Wahrnehmungdefizit aufweist.
Doch das dürfen wir uns nicht gefallen lassen, nur weil der Amtsschimmel mit Sprachvielfalt überfordert ist und die gewachsenen Wortformen nicht immer mit schlichten Schablonen zu erfassen sind. Was wäre denn ein Liebesbrief ohne (e)s? Übrigens das Lieblingsbeispiel meiner Linguistik-Dozentin, wenn es um Morphologie ging.
Rettet s!
p.s.: Zur Vertiefung empfehlen wir diesen Zwiebelfisch.
Es ist schon seltsam, welch wundersame Entwicklungen Wörter machen können. Heute will ich in dem Zusammenhang über ein ganz besonderes Wort sprechen.
Wir alle kennen dieses Wort, viele schon von Kindheit an, obwohl es nicht unserer Sprache entstammt. Nahezu unscheinbar war dieses Wort Jahrzehnte lang als kleine Überschrift im Abspann großer und kleiner filmischen Machwerke zu lesen. Dieses Wort stellt die Rollenverteilung vor und ist das Ergebnis einer langen und harten Arbeit der Filmspezialisten, die hinter den Kulissen stehen und sich den Kopf darüber zermartern, welcher Schauspieler für welche Rolle der richtige ist. Die Rede ist von:
cast
Wir alle kennen die Ergebnisse und sind mit ihnen sehr zufrieden. Daher geht es uns kilometerweit an unseren Blogärschen vorbei, wie so ein Casting für Chewbacca, Han Solo oder James Bond ausgesehen haben könnte. Wer waren die Mitstreiter, die mit Harrison Ford und Sean Connery ins Rennen gegangen sind? Oder wer hatte sonst noch geglaubt, beim “Boot” den “Alten” machen zu können? Wer hat Jenna Jameson und Kim Gina Wilde gecastet? Nett zu wissen, aber uninteressant, wenn das Resultat stimmt.
Heute ist das Casting zu einem autonomen Mediengespenst mutiert, das uns terrorisiert, sobald wir die Glotze auch nur anschalten.
Wenn dann nach der finalen Endausscheidung der neue Popstar/Neue Engel/Superstar oder das neue Supermodel wie frisch aus dem Ei geschlüpft vor der Jury steht, dann fehlt nur noch eins: Der Griff zum wegschmeissen.
Denn normalerweise verdienen die Macher ihr Geld damit, dass sie nach einem harten Castingkampf ein High-End-Produkt auf die Bühne oder auf die Leinwand zaubern können, über das die Menschen noch lange sprechen. Nun ist das aber irgendwie anders. Da wird mit Castingshows ein Heidenumsatz gemacht, und von dem, was unter dem Strich dabei herauskommt, will schon nach ein paar Tagen niemand mehr etwas wissen. Natürlich zurecht, denn der aufklebbare Plastikpickel aus dem Scherzartikelladen verkauft sich besser als jeglicher Vinylfurz von Nu Pagadi.
Das Casting ist jetzt die eigentliche Vermarktungsware, nicht mehr das, was am Ende dabei herumkommt. Der Weg ist das Ziel, sagt man zwar, aber dieser weise Spruch wird hier wohl ad absurdum geführt. Und mal allen Ernstes: Was soll das denn auch bitteschön für ein Casting sein, wenn am Ende Küblböck, Klaws und plärrende Heulsusen dabei herumkommen? Ja ja, ich weiß, von wegen Heulsusen… die weinen ja nur, weil es im Showbiz so hart zur Sache geht. Popstarkarrieren stehen auf der Kippe, wenn Detlef D. einen schlechten Tag hat und Kindheitsträume vom Berühmtsein platzen, wenn der Daumen vom Bohlen nach unten geht. Kennen wir ja, das Thema, das die Massen fasziniert: Die Welt ist schlecht.
Aber Casting-Shows sind schlechter. Und wesentlich sinn-freier, als es allein schon Blogmaa jemals sein könnte.
Da wundern mich so Sachen wie der Gebrauchte-Mädchenslip-Automat, das Finger-jemandem-in-den-Arsch-stecken-Spiel und der ganze Rest auch nicht mehr.
Man weiß nie, wann ein wichtiger Anruf kommen könnte. Es wäre gut, wenn man darauf jederzeit vorbereitet ist. Und wie sagt man “vorbereitet” auf denglisch? Genau: Prepaid. Man sollte immer Prepaid sein, quasi jetzt schon die eigene Beerdigung bezahlt haben.
Und wenn es das Ganze noch im schicken Packat gibt, dann nimmt man das doch gerne mit. Vielleicht auch eins für die Änkeln oder eins für den Nachbarn, der noch immer kein Handü hat. Dann ist auch er endlich Prepaid.

Nein, es geht hier nicht um saugen Wurm, sondern um den in der Technik. Der “Drecksfotze” Trainer gurkt zur Zeit mit einem 233 MHz Rechner durchs Netz und bei mir ist die DSL-Leitung tot.
Also widme ich mich mal den nicht-digitalen Freizeitarschficken. Unglaublich wie viel Zeit man sonst damit vergeudet, sinnlose Wixefressen zu konsumieren!
Oder anders gesagt: www.pornolize.com.